Leichen im Fernsehkeller

Ich habe Leichen im Keller. Und fast jeden Tag kommt eine neue hinzu. Ich spreche von Big Brother. Ja genau, von dem Fernsehformat, das vor fünf Jahren total angesagt hat und im Jahr 2007 keine nasse Socke mehr hinter dem Sofa mehr hervorlockt. Außer mich. Fast jeden Tag gebe ich mich den aufregenden Erlebnissen von Leon, Knubbel und Co. hin, die in einem häßlichen Container bei Köln eingesperrt sind. Ich beobachte ihre sinnlosen Streitereien um Zigaretten und den Abwasch, schüttle den Kopf bei Eddy egoistischen Verhalten und freue mich über das Liebesglück von Sonja und Basti.



Ich gebe es ja zu, es ist einfach stinklangweilig. Es passiert nichts. Die Bewohner (Expertenjargon) liegen den ganzen langen Tag im Garten (schönes Wetter) oder auf der Couch (schlechtes Wetter). Wie auch bei einer guten Soap kann man ruhig ein paar Wochen pausieren, problemlos können die neuen Folgen ohne Verständnisschwierigkeiten verfolgt werden. Eddy und Kathrin fetzen sich im März um das Gleiche wie im Mai.



Interessiere ich mich deshalb auch für Blogs? Bin ich Wahrheit nur ein elender Spanner?

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... beschäftigt sich mit Politik, Geschichte, Medien, Literatur und anderem, was interessiert.

Mein Lesestoff


Christian Kracht
Der gelbe Bleistift.

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